Laut der heutigen Presse unterstützt die ÖH die Audimaxbesetzer mit einer Geldsumme von 100 000 Euro. Nicht schlecht, denkt man sich da, wiewohl, wenn die kolportierten Zahlen der Besetzer wirklich der Wahrheit entsprechen, damit nicht viel zu leisten sein wird. Vielleicht reicht das ja für ein paar Tage „Volxküche“, garniert mit veganer Resteverwertung. Wie dem auch sei.
Es stellt sich langsam die Frage, wer es denn noch aller schafft die sogenannten „solidarischen Studenten“ für sich vor den Wagen zu spannen. Dass der positive Rückhalt bei der ÖH eher ein Ohnmachtseingeständnis derselben ist, muss ja nicht erst erläutert werden. Das Ausbleiben einer – laut Studentenschaft – notwendigen Reaktion auf die, achso untragbaren, Zustände an den österreichischen Hochschulen kann im Nachhinein eben nurnoch über eine schnelle Inszenierung der Gleichgesinntheit gelöst werden. Selbiges gilt wohl auch für die Grünen in Österreich. Etwas anderes als ein Mitziehen mit der mehr oder weniger chaotischen Demogruppe konnte ja nicht zu erwarten sein, von einer Partei, der spätestens mit dem Antritt der neuen Parteichefin wohl keine sehr rosige Zukunft mehr vorausgesagt werden kann.
Ob die Demonstranten wissen, dass sie, im Hinblick auf das Herausschlagen von ein paar Milliönchen eher das Nutztier für die Unileitung darstellen und ein willkommens Zugpferd für allemöglichen Profilierungssüchtigen am linken Rand sind. Bei aller Freude über die basisdemokratische Arbeitskraft, geht den meisten Besetzern doch wohl noch das Bewusstsein ab, dass Innovation, auch in Zeiten der inflationären „Vernetzung“ meistens doch noch vom Einzelnen geschaffen wird. Das gilt für die Geisteswissenschaften ebenso wie für die Naturwissenschaft. Natürlich braucht es oftmals Gruppen, die delegiert werden können. Wer sich aber wenigstens einmal in etwaigen Seminaren oder sonstigen geschlossenen Veranstaltungen an der Uni aufgehalten hat, weiß, dass Ambitionen im sachlichen, thematischen Bereich, wenn es also einmal nicht um politische Solidaritätsbekundungen geht, ziemlich dünn gesät sind und die meisten Studenten ziemlich dumm dreinsehen.
Man braucht ja bloß einen Blick auf die jeweiligen Forschungsrichtungen mit Riesenstrukturen zu werfen. Z.B. die Cultual Studies. Eine Riesenmenge an „Wissenschaftlern“ bezieht sich auf einen verschwindend kleinen Kreis an eigentlichen Theoriegebern, um sich in der Anwendung dieser Tonangeber ständig zu wiederholen. Keine neuen Erkenntnisse, bloß das Aufbauen von Konventionen, die späterhin wieder gegen sich selbst gewendet werden, damit irgendjemand wieder von irgendwelchen Machtstrukturen sprechen kann, die, selbsterzeugt, irgendwelche abstrusen Bestätigungen erzeugen, dass eigentlich alles doch nur Mumpitz war.
