In einem Sagenheftchen, das die Wiener-FPÖ im Zuge des Wahlkampfes in den letzten Tagen wohl an mehrere Haushalte verschickt hat, finden sich interessante und mehr als seltsame Bildkompositionen. Sogenannter Wiener Sagenschatz ist mit Zeichnungen illustriert, die den Sagenstoff mit FPÖ-Werten und einem cartoonistischen Feindbild: “den Sozis” und “bösen Roten” in Verbindung setzen. Da kommt es mitunter zu recht derben Aussagen über “türkische Islamisten” in Wien, die sich alle “schleich’n soll’n” [sic], das ist aber eigentlich garnicht interessant oder sonderlich aufregend.
Lustiger wird das Sagenheftchen an Stellen, wo man garkeine Bezugspunkte zur Ausländerpolitik vermutet. Im sogenannten “Basiliskenhaus” (S. 18 – 29) finden sich mehrdeutige Illustrationen mit Fläschchen, die durch Umschreibung aus dem Markennamen “Odol” den Begriff “Odal” bilden. Ein durchaus bedeutsamer Begriff? Oder sollte man solche Anspielungen ignorieren? Die eigentliche Flüchtigkeit und Nebensächlichkeit dieses “Kleinods” in der Bildgestaltung macht es doch gerade bezeichnend. Immerhin handelt es sich bei der Odal-Rune um ein bekanntes SS-Zeichen, das von der Wiking-Jugend als Abzeichen verwendet wird/wurde. Dass der grünrote Basilisk üblen “Sozi”-Mundgeruch habe, den er sich mit der “kühlen Frische” des “deutschen Erbes” behandeln soll, ist natürlich eine Lesart, die an die Intention des Bildchens wohl ziemlich nahe herankommt.

Wo doch auf der Seite davor direkt auf die “Giftler” der “Antifa-Kommune” Bezug genommen wird.
