HC Strache: Neues von der Wiking Jugend? ODAL-Fresh

In einem Sagenheftchen, das die Wiener-FPÖ im Zuge des Wahlkampfes in den letzten Tagen wohl an mehrere Haushalte verschickt hat, finden sich interessante und mehr als seltsame Bildkompositionen. Sogenannter Wiener Sagenschatz ist mit Zeichnungen illustriert, die den Sagenstoff mit FPÖ-Werten und einem cartoonistischen Feindbild: “den Sozis” und “bösen Roten” in Verbindung setzen. Da kommt es mitunter zu recht derben Aussagen über “türkische Islamisten” in Wien, die sich alle “schleich’n soll’n” [sic], das ist aber eigentlich garnicht interessant oder sonderlich aufregend.
Lustiger wird das Sagenheftchen an Stellen, wo man garkeine Bezugspunkte zur Ausländerpolitik vermutet. Im sogenannten “Basiliskenhaus” (S. 18 – 29) finden sich mehrdeutige Illustrationen mit Fläschchen, die durch Umschreibung aus dem Markennamen “Odol” den Begriff “Odal” bilden. Ein durchaus bedeutsamer Begriff? Oder sollte man solche Anspielungen ignorieren? Die eigentliche Flüchtigkeit und Nebensächlichkeit dieses “Kleinods” in der Bildgestaltung macht es doch gerade bezeichnend. Immerhin handelt es sich bei der Odal-Rune um ein bekanntes SS-Zeichen, das von der Wiking-Jugend als Abzeichen verwendet wird/wurde. Dass der grünrote Basilisk üblen “Sozi”-Mundgeruch habe, den er sich mit der “kühlen Frische” des “deutschen Erbes” behandeln soll, ist natürlich eine Lesart, die an die Intention des Bildchens wohl ziemlich nahe herankommt.

Wo doch auf der Seite davor direkt auf die “Giftler” der “Antifa-Kommune” Bezug genommen wird.

13 Responses to “HC Strache: Neues von der Wiking Jugend? ODAL-Fresh”

  1. Man kann sich aber auch mit Lapalien aufhalten… Hinter jeder Ecke, unter jedem Stein da könnte ja ein Nazi sein. Was dieser K(r)ampf gegen Rechts für Ausmaße angenommen hat. Kümmer Euch doch einmal um die wahren Probleme, die es in der Republik Österreich und der Bundesrepublik gibt. Das wäre: Zwangskammersystem, Medienmonopole der großen Parteien, Parallelgesellschaften, islamistische Unterwanderung muslimischer Vereine, demographischer Wandel, NATO, regenerative Energieformen, Afghanistan-Einsatz,… Und nicht, ob in einer FPÖ-Zeitung nun Odal steht oder nicht.

    “Odal” steht im altgermanischen für “Besitz” und “Heimat”. Ist das etwas verwerfliches? Selbst wenn man sich (was die FPÖ aber meines Erachtens nicht tut) auch auf germanische Wurzeln beruft, ist das völlig in Ordnung und hat nichts mit einer nationalsozialistischen Gesinnung zu tun.

    Bleibt’s objektiv!

  2. Womit haben Wir den Pluralis Majestatis verdient?

    bezüglich Ihres mediävistischen “Spezialwissens”: Sie haben Recht, Odal, das Unseres Wissens auch mit der Wortform “Odol” (nicht das Mundwasser”) zusammenhängt, bedeutet “Besitz” oder “Erbe”. Das ist auch der Grund, warum es sowohl für die Verfassungsgeschichte als auch, in verschobenem Kontext, für “einschlägigere” Themen von Bedeutung ist. Das “Erbe” war schließlich schon immer etwas, worüber sich das “deutsche Blut” erhitzen konnte. Schließlich ist, historisch gesehen, ein Gutteil der fehlgeleiteten Parteisymbolik falschverstandene, oder besser, bewusst falschverstandene Amateurmediävistik. (Da soll man noch etwas Gutes am Amateur finden!)

    Sie sprechen Probleme an: “Zwangskammersystem”, “Medienmonopole”, “Parallelgesellschaften”, “islamistische Unterwanderung”. Das sind bestimmt gewichtige Dinge. Wer würde ein gewichtiges Problem gegen ein anderes aufwiegen?

    • Ist es denn von Belang, wenn in einem FPÖ-Heft versteckt das Wort Odal vorkommt? Regen Sie sich auch über Gewalttaten linker Extremisten auf, die Strache und seine Leute desöfteren angriffen?

      Ich wittere Doppelmoral…

  3. Ich reg mich immer über alles auf. Ich brauch schon Beruhigungstropferl, damit ich mir die Schuhe zubinden kann, und das, obwohl ich kein “Antifa-Giftler” bin. Weil ich mir aber innerhalb meiner gewünschten Unparteilichkeit der Unmöglichkeit einer solchen bewusst bin, zitiere ich jetzt einmal einen Batzen Goethe:

    Mein Gemüt war von Natur zur Ehrerbietung geneigt, und es gehörte eine große Erschütterung dazu, um meinen Glauben an irgendein Ehrwürdiges wanken zu machen. Leider hatte man uns die guten Sitten, ein anständiges Betragen nicht um ihrer selbst, sondern um der Leute willen anempfohlen; was die Leute sagen würden, hieß es immer, und ich dachte, die Leute müssten auch rechte Leute sein, würden auch alles und jedes zu schätzen wissen. Nun aber erfuhr ich das Gegenteil. Die größten und augenfälligsten Verdienste wurden geschmäht und angefeindet, die höchsten Taten, wo nicht geleugnet, doch wenigstens entstellt und verkleinert; und ein so schnödes Unrecht geschah dem einzigen, offenbar über alle seine Zeitgenossen erhabenen Mann, der täglich bewies und dartat, was er vermöge; und dies nicht etwa vom Pöbel, sondern von vorzüglichen Männern, wofür ich doch meinen Großvater und meine Oheime zu halten hatte. Dass es Parteien geben könne, ja dass er selbst zu einer Partei gehörte, davon hatte der Knabe keinen Begriff. Er glaubte umso viel mehr recht zu haben und seine Gesinnung für die bessere erklären zu dürfen, da er und die Gleichgesinnten Marien Theresia ihre Schönheit und übrigen guten Eigenschaften ja gelten ließen und dem Kaiser Franz seine Juwelen- und Geldliebhaberei weiter auch nicht verargten; dass Graf Daun manchmal eine Schlafmütze geheißen wurde, glaubten sie verantworten zu können.

    Bedenke ich es aber jetzt genauer, so finde ich hier den Keim der Nichtachtung, ja der Verachtung des Publikums, die mir eine ganze Zeit meines Lebens anhing und nur spät durch Einsicht und Bildung ins Gleiche gebracht werden konnte. Genug, schon damals war das Gewahrwerden parteiischer Ungerechtigkeit dem Knaben sehr unangenehm, ja schädlich, indem es ihn gewöhnte, sich von geliebten und geschätzten Personen zu entfernen. Die immer aufeinander folgenden Kriegstaten und Begebenheiten ließen den Parteien weder Rueh noch Rast. Wir fanden ein verdrießliches Behagen, jene eingebildeten übel und willkürlichen Händel immer von frischem wieder zu erregen und zu schärfen, und so fuhren wir fort, uns untereinander zu quälen, bis einige Jahre darauf die Franzosen Frankfurt besetzten und uns wahre Unbequemlichkeit in die Häuser brachten.

    Hach Gottchen, das waren noch Staatsmänner, die griffen nicht so einfach ins Klo. Vielleicht mache ich eine Italienreise? Natürlich nur in mein ganz persönliches Italien.

  4. Hallo

    vielen Dank für den Blogeintrag- wir haben ihn auf unserer Seite bei unserer Analyse des Comics zitiert. (http://www.vsstoe-wien.at/zur-problematik-des-strache-comics/)

  5. Habe es schon gesehen.
    Ebenfalls vielen Dank für den interessanten Artikel,

  6. Das kann doch nicht sein, dass hier jedes Kommentar dem Artikel contra gibt oder?

    “Kümmer Euch doch einmal um die wahren Probleme, die es in der Republik Österreich…”
    - die wahren Probleme? der Herr hat anscheinend keine Ahnung.
    Sie verstehen anscheinend nicht, wie ernst die Lage zu nehmen ist.
    Vor zwei Jahren habe ich auch noch über die Fpö-Plakate gelacht, dachte es würde keiner ernst nehmen, aber wenn sie wirklich der Meinung sind man solle sich anderen Problemen widmen, dann verrat ich ihrer großen Klappe eins:
    ES ist ein großes Problem.
    ES ist ein Problem, wenn man nicht mehr normal durch den 10. durchgehen kann.
    ES ist ein Problem, wenn Kinder in der Volkschule zu Schikanen werden.
    Es ist ein Problem, wenn der kleine HC Menschen zu nichte macht und ihnen nicht mal eine Chance gibt.
    ES ist ein Problem, wenn Islamisten keine Chance haben, sich zu integrieren, weil sie von einer Person wie ihm nicht mal Akzeptanz finden.
    Kurz gefasst, ES ist ein Problem.

    Früher waren es die Juden, heute sind es die Islamisten.
    Und ganz ehrlich? Ich bin enttäuscht, enttäuscht von dem Staat Österreich.
    Gerade unser Land, das Komplize Hitlers war.

    Und Sie alle wagen es noch zu behaupten, es sei keine Problematik.
    Schämt euch.

  7. Bei mir ist das Machwerk erst heute ins Haus geflattert; es würde mich fast reizen es gemeinsam zu analysieren, wenn es mir nicht derart auf den Wecker fiele: Zunächst und vor allem einmal deshalb, weil mich sofort der Eindruck befällt für blöd befunden zu werden, auf meinem Postkasten hängt doch kein Schild mit der Aufschrift “Idiot” o.Ä. – ich bin doch tatsächlich runter, und habe nachgesehen…

  8. Na dann müsste bei mir ja gleich mehrmals Idiot draufstehen, ich hab letzten Freitag (oder sogar Donnerstag?) gleich 3 Exemplare reingestopft bekommen. Ich muss dir sagen, mir hängt der Schmarrn beim Hals raus. Wieso schreib ich überhaupt über sowas?

  9. Mir reicht dieser wahnsinnige Blödsinn der FPÖ. Sowas von geschmacklos und niederträchtig was man hier aufführt, die schaun ja wirklich alle für blöd an. Es erinnert alles an das “Dritte Reich” – die ganze Hetze usw. Wehe wenn so einer wie Strache die Macht hätte, es wäre wirklich nicht auszudenken. Ich hoffe, er fällt irgendwann einmal ordentlich auf die Nase – aber wirklich ordentlich. Leider sind viele Menschen in der Bevölkerung leicht beeinflussbar wie vor über 70 Jahren und fallen solchen Rattenfängern immer wieder rein. Hoffentlich hat er keine Chance bei dieser Wahl!!!!!!!

    • Ich meine es ist relativ belanglos, an wen etwas erinnert, viel wichtiger ist es, die Methodik die dahinter steht zu verstehen und aufzudecken. Das ist ein Fehler den Kritiker m.E. recht häufig machen: Man muss nicht immer auf den Nationalsozialismus verweisen, um zu zeigen, wie verwerflich das (etwas) ist (im Grunde, und ganz streng genommen, ist dieser Verweis auch gar kein Argument; genauso gut könnte man aus Hitlers [angeblichem] Vegetarismus schließen, dass Vegetarier irgendwie gefährdet wären…).

      Und ich glaube auch nicht ernsthaft, dass die FPÖ versucht eine braune Diktatur wiederherzustellen. Was sie tut, unterminiert die öffentliche Diskussion, umgeht das Argument und ist schon alleine deshalb abzulehnen (wie das auch reine Empörungsrhetorik tut, auch wenn die Qualität eine andere ist).

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